Auf nach Fraser Island

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Nach langer „Bearbeitungszeit“ haben wir es endlich geschafft: der fünfte Teil unseres Eastcoast-Trip-Berichts ist fertig. Um Euch nochmal in die Vergangheit zu holen: Wir waren ja vom 24.11. bis 10.12.2007 an der Ostküste Australiens zwischen Cairns und Brisbane unterwegs. Freut Euch also auf schon ältere Bilder und Reiserfahrungen: 😉

Nach einer Nacht im „Magnums Backpacker“ in Airlie Beach haben wir uns in unseren Mietwagen geschwungen und uns auf den Weg weiter Richtung Süden gemacht. Das nächste große Etappenziel unserer Reise lautete Fraser Island! Doch zuvor hatten wir noch 2 Tage Zeit und wollten einige Zwischenstopps einlegen.

Für Tag 10 haben wir uns die Strecke Airlie Beach – Hervey Bay vorgenommen, was immerhin ca. 850km waren. Um Kilometer zu fressen, waren wir auch fast den ganzen Tag im Auto unterwegs. Nach dem ersten unspektakulären Stopp in St. Lawrence wollten wir in einem Ort den wir in der Karte Namens „Marlborough“ gefunden haben den zweiten, etwas längeren Stopp einlegen. Der Stadtname war fett eingezeichnet und deutete auf eine größere Stadt hin. Da ja hier mindestens Zigaretten verkauft hätten werden müssten ( 😉 ), dachten wir hier auch ein McDonalds zu finden. Doch nach kurzer Abfahrt vom Highway in die Stadt-Hauptstraße bot sich uns ein lustiges Bild: Der Ort (besser gesagt „das Dorf“) hatte geschätzte 500 Einwohner und an der Polizeistation hing ein Schild „closed“ (es war ca. 13:00 Uhr!). Dies sollte aber für die lokale Sicherheit kein Problem darstellen, denn der wohl einzige Beamte wohnte im Haus direkt nebenan, was man am Polizeiwagen in der Einfahrt erkennen konnte. Hauptsache mit dem Dienstwagen zur Arbeit fahren können!

Wir waren natürlich guter Hoffnung und dachten wir müssen einfach nur ein bisschen weiter reinfahren, denn vielleicht handelte es sich nur um einen Vorort von Marlborough. Doch die Straße wurde „einfacher“ und plötzlich fanden wir uns in der puren Einöde, ja fast im Outback wieder:

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„Wo sind wir jetzt nochmal genau?“

Mit der Tatsache abgefunden, dass wir doch kein 30 Cent Eis von McDonalds bekommen werden (das sind umgerechnet ca. 18 Cent in Deutschland – einfach ein unschlagbarer Preis!!), haben wir uns wieder Richtung Highway aufgemacht und eine Stunde später in Rockhampton endlich unser Eis bekommen. Gegen Abend sind wir in Hervey Bay angekommen und haben uns ein Zimmer im „Golden Sand Motor Inn“ genommen. Nachdem wir die Promenade erkundet, ein paar Fotos geschossen und Klaus den Weg wieder zurück in die Zivilisation gewiesen haben, haben wir noch ein spätes Abendessen eingelegt. Ne Klaus!? 😉

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Promenade in Hervey Bay

Am nächsten Morgen (Tag 11) waren wir nochmal an der Promenade und am Strand von Hervey Bay spazieren, bevor wir uns wieder auf den Weg gemacht haben.

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Strand in Hervey Bay …

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… am 04.12.2007

Unser Tagesziel lautete „Noosa Heads“, da von dort aus am nächsten Tag unsere dreitägige Tour nach Fraser Island starten sollte. Unseren ersten Zwischenstopp haben wir in der Nähe von Brisbane an der University of the Sunshine Coast (schöner Name, was?) gemacht, um uns diese einfach mal anzuschauen. Mit einem Baguette und einem Dip bewaffnet wollten wir zunächst eine Brotzeit auf dem Campus einlegen, doch jemand kam uns zuvor:

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Känguruh-Campus!?

Eine ganze Känguruhfamilie hat es sich seelenruhig auf dem Campus gemütlich gemacht und den Uni-Rasen gegessen. Nach kurzem Staunen und Schauen haben auch wir dann gegessen. Daraufhin folgte eine selbstorganisierte Besichtigung der Bibliothek und anderen Räumen, bevor wir zum Abschluss noch eine Kunstaustellung auf dem Campus zum Thema Aids und Homosexualität angeschaut haben.

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University of the Sunshine Coast

Dann sind wir an der Sunshine Coast weiter nach Norden gefahren und haben einige Stopps an Stränden wie Marcoola, Yaroomba, Sunshine Beach und am Lookout „Point Perry“ gemacht. Auch hier war der Name Programm und wir hatten die ganze Zeit sehr schönes Sonnenscheinwetter an der Küste.

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Panorama Sunshine Coast

Deutlich zu merken war, insbesondere natürlich wegen der langen Fahrt, dass wir uns von den (Sub-)Tropen immer weiter entfernten. Die Luftfeuchtigkeit hatte wieder „europäisches“ Niveau und auch der Wind ist spürbar kälter geworden, war aber immer noch angenehm erfrischend. Auch das Wasser ist kälter geworden und in dieser Gegend waren scheinbar auch keine gefährlichen Jellyfishes mehr, denn die Locals sind hier am Strand alle wie wild ins Wasser gesprungen. Oder waren es nur unwissende Touristen? 😉

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Sunshine Beach

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Sunshine Coast

Abends sind wir dann in Klaus’s und Jan’s Lieblingsort Noosa Heads angekommen, wo sich schon die Übernachtungsfrage nur relativ kompliziert lösen ließ. Alle Backpacker und Motels waren ausgebucht, so dass wir wieder ca. 10 Minuten aus dem Ort herausfahren mussten, um ein Motel zu bekommen. Dummerweise hat dieser blöde „Hotelier“ auch noch mitbekommen, dass wir zu Dritt ins Zimmer gegangen sind, obwohl wir ja nur für Zwei bezahlt haben (es war auch nur ein Doppelbett drin, aber wir haben immer nur für Zwei gebucht und den Dritten mit reingeschleust). Am Ende des Tages musste der arme Klaus die Nacht im Auto verbringen!

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„Abmahnung“ vom Hotelier an unserer Tür

Doch dies war nur die Spitze des Eisbergs, denn bevor wir schlafen gingen, wollten wir natürlich etwas zu Abend essen. Da wir nicht so viel Geld ausgeben wollten, hatten wir an einen Schnellimbiss wie McDonalds oder Subway gedacht (wie eigentlich jeden Tag…). Nachdem wir einen guten Parkplatz mitten an der Hauptstraße des Touristenortes bekommen haben (es war ca. 20:45 Uhr) haben wir uns schon etwas über die „Leere“ gewundert. Angekommen bei Subway um ein Sandwich zu essen, mussten wir leider gleich wieder gehen, denn es hieß, sie haben keine Brote (!!!!) mehr. Hmm – kein Problem, denn Anja hat ca. 150m zurück beim Einfahren ein Restaurant mit Handpizza gesehen. Also auf und davon, aber leider haben die Angestellten den Laden gerade geschlossen als wir ankamen. Um 21:00 Uhr in einem Touristenort mitten im Sommer!

Naja – immer noch kein Problem, dann weichen wir eben auf Hühnchen aus und gehen zu KFC. Volltreffer, der Laden hat noch auf und es sind sogar Kunden drin! Wir also rein und das Angebot studiert, da wir ehrlich gesagt noch nie vorher bei KFC waren. Nach 5 Minuten Bedenkzeit wollten wir dann bestellen, aber was hören wir? „Sorry, wir haben nur noch diese Chickenwings die Ihr da seht und noch einen Chickenburger.“ Hmm – raus hier! Das wäre das selbe, als wenn bei McDonalds das Beef für die Burger ausgeht!! Unvorstellbar, aber in Noosa Heads Realität!

Als letzte Möglichkeit an diesem Abend überhaupt noch an etwas Essbares zu kommen, haben wir dann die Pizzeria nebenan besucht. Das Angebot war zwar nicht sooo nach unserem Geschmack und die Preise auch gepfeffert – aber was soll’s. Wir haben dann eine große Familienpizza, Sorte „scharf“ bestellt, doch zu unserer Enttäuschung war das eine der schlechtesten Pizzen, die wir je gegessen haben: trocken, komischer Belag, kein Käse usw. Diese Erlebnisse haben Noosa Heads so zu unserem „Lieblingsort“ gemacht!

Am nächsten Morgen wurden wir um 08:00 Uhr zu unserer verrückten Tour nach Fraser Island abgeholt, wovon wir Euch im nächsten Bericht erzählen.

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2 Antworten to “Auf nach Fraser Island”

  1. Klaus Says:

    –> ‚… dem Klaus den Weg zurück in die Zivilisation gewiesen…‘

    kann ich so leider nicht stehen lassen, scusi – hatte natürlich alles im Griff & wusste JEDERZEIT über die Standortbestimmung Bescheid, wollte in den Abendstunden nur ein wenig das beschauliche Hervey Bay auf UNS wirken lassen – noch nie was von Romantik gehört, heijeijei 🙂

    Im geographischen Sinne nun noch die allerbesten Grüße – KLAUS

  2. Jan Says:

    Ja Klaus, is‘ klar!!! 😉

    Liebe Grüße, Du bist und bleibst doch unser Lieblings-Romantik-Schwabe!
    Jan

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