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Nach 2 Wochen Blogpause melden wir uns heute mal wieder aus Kopenhagen. 🙂

Die 3-wöchige Vorlesungsperiode unseres „intensive“ Kurses ist vorbei. Das heißt, dass es jetzt wieder etwas ruhiger zugeht. In den letzten 3 Wochen hatten wir jeden Tag Vorlesung. Der Kurs hieß Global Strategic Management und den Hauptbestandteil bildete eine internetbasierte Unternehmenssimulation. Ähnlich wie im ersten Semester die Simulation „HOTS“ (Management eines Hotels), mussten wir im „Global Business Game“ ein weltweit vertretenes Unternehmen leiten, welches Fernseher produziert und verkauft.

Hierbei musste unsere 4-köpfige Gruppe (wir zusammen mit zwei Dänen, Paw und Emil) quartalsweise Entscheidungen in allen Unternehmensbereichen treffen: Marketing (Preise, Verkaufsbüros, Werbebudget, Vertreter, Provision, Distributionszentren, Marktanalysen…), Produktion (Beschaffung von Rohmaterial, Produktionsplanung, Mitarbeitereinsatzplanung, Qualitätskontrolle, Techniker, Training…), Logistik, Finanzen (Kapitalerhöhung, Dividendenhöhe, Kurzkredite und -Investitionen, Langfristige Kredite…) und viele mehr.

Natürlich mussten auch Entscheidungen auf strategischem Level getroffen werden, wie z.B.:

– Wie wollen wir unser Unternehmen positionieren? Welche Qualität bieten wir an?
– Was ist unser entscheidender Wettbewerbsvorteil und wie können wir ihn nutzen?
– In welchen Ländern bauen wir eine Fabrik? Nutzen wir die niedrigen Lohnkosten in Thailand oder bauen wir eine voll automatisierte Fabrik in Deutschland?
– In welchen Ländern wollen wir unsere Fernseher verkaufen? Wo bauen wir Verkaufsbüros und wie viele? Schicken wir die Ware per Flugzeug oder per Schiff?

Anhand dieser Variablen hat die Simulation die Produktionsmenge, Mitarbeiterzufriedenheit, Verkaufszahlen und natürlich die Bilanz und den Gewinn/Verlust eines Quartals errechnet. Wir waren im Kurs insgesamt 6 Gruppen und diese waren gleichzeitig untereinander Wettbewerber. Das heißt wir haben um Marktanteile gekämpft, Preiskämpfe auf Märkten eingeleitet und versucht, unsere Produktion so weit wie möglich zu optimieren und Kosten einzusparen.

Wir haben unsere Firma „nRon Tele-Vision Inc.“ getauft und es tatsächlich geschafft, die Simulation mit großem Abstand zu gewinnen. Wir haben in 2 Jahren Simulationsdauer $20 Millionen mehr Gewinn als die zweite Gruppe gemacht. Hier mal ein Bild aus dem letzten Quartalsreport:


Simulationsergebnis mit folgenden Variablen: Gewinn, Gewinn auf Anlagevermögen, Gewinn pro Aktie, Gewinn auf Eigenkapital, Aktienpreis und Leistungsindikator (alle 6 Gruppen im Überblick)

Jetzt könnt Ihr Euch wahrscheinlich auch vorstellen, dass die letzten 3 Wochen recht anstrengend waren. Denn neben der Vorlesung hatten wir jeden Tag zusätzlich Gruppenarbeit, in der wir unsere Entscheidungen für jedes Quartal getroffen haben. Dafür haben wir komplexe Excel-Berechnungsblätter geschrieben, viel gerechnet, Marktdaten analysiert und versucht die Entscheidungen unserer Konkurrenten vorauszusagen. Hierzu gehörte auch oft das Eingehen eines Risikos, was uns auch zwei mal ein paar Millionen Dollar gekostet hat. Aber zum Glück hat sich das Risiko öfters ausgezahlt und wir hatten in vielen Quartalen gute Wettbewerbsvorteile.

Am letzten Vorlesungstag hatten wir, neben einer anderen Fallstudien-Präsentation letzten Montag, eine finale Präsentation, bei der wir unsere Entwicklung und die Strategie für die nächsten 5 Jahre vorgestellt haben. Das schöne war, dass unser amerikansicher Dozent Tim den Tag locker angegangen ist und 3 Pizzen mitgebracht hat und jeden gebeten hat, Bier mitzubringen. 😀


Nach der Präsentation

Zum Abschluss müssen wir jetzt noch eine 15-seitige Hausarbeit, ein soganntes „Reflective Paper“, in den kommenden 3 Wochen schreiben. Aber das ist machbar!

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